Wohnungskrise in Deutschland: Mieten steigen, Wohnraum fehlt
Bezahlbarer Wohnraum bleibt in Deutschland knapp. Die Mieten steigen vielerorts weiter, in Großstädten herrscht ein gravierender Mangel. Politiker aller Parteien erkennen das Problem seit Jahren an, doch die Umsetzung konkreter Lösungen stockt. Bundesbauministerin Verena Hubertz kündigt ein Gesetz gegen Vergesellschaftungspläne an und will den Bund selbst bauen lassen.
Die Wohnungskrise in Deutschland spitzt sich weiter zu. In vielen Städten steigen die Mieten unaufhaltsam, während bezahlbarer Wohnraum zunehmend fehlt. Politiker aller Parteien haben die Lage seit Jahren als zentrale soziale Frage erkannt, doch an durchgreifenden Maßnahmen mangelt es bislang. Der Befund ist parteiübergreifend unbestritten, die Umsetzung jedoch stockt.
Bereits vor acht Jahren bezeichnete der damalige Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) bezahlbares Wohnen als «die soziale Frage unserer Zeit». Fünf Jahre später griff der damalige SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz dieselbe Formulierung auf. Viele weitere Politiker schlossen sich in der Folge an. Dennoch hat sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt in weiten Teilen Deutschlands nicht entspannt. In zahlreichen Orten setzt sich der Mietanstieg fort, in vielen Großstädten ist der Mangel an Wohnraum sogar besonders ausgeprägt.
Angesichts der anhaltenden Krise überbieten sich die Parteien mit plakativen Vorschlägen. In Berlin gewann die Linkspartei mit einer Kampagne zur Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen die Landtagswahl. Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) kündigte dagegen in einem Interview an, ein Gesetz auf den Weg zu bringen, das solche planwirtschaftlichen Vorhaben verbieten soll. Stattdessen will sie den Bund selbst als Bauherr aktiv werden lassen. Wie dieses Vorhaben in Zeiten knapper Staatskassen finanziert werden soll, ist bislang unklar.
Der Städteforscher Sebastian Kurtenbach, der ein Buch zum Thema veröffentlicht hat, diskutiert die Hintergründe und mögliche Lösungsansätze in einem Podcast. Im Mittelpunkt steht die Frage, was tatsächlich gegen die Wohnungsnot hilft. Die Debatte verdeutlicht, dass die Wohnungskrise längst nicht mehr nur ein wirtschaftliches, sondern ein gesellschaftliches Problem ist, das den Zusammenhalt belastet.
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