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Igel im Herbst: Mit dem richtigen Unterschlupf durch den Winter

Wenn die Temperaturen sinken, suchen Igel dringend ein Winterquartier. Ein Igelhaus im Garten kann den Tieren helfen – doch Standort, Zeitpunkt und Bauweise müssen stimmen.

Igel im Herbst: Mit dem richtigen Unterschlupf durch den Winter
Sicherer Unterschlupf: Ein Igelhaus im Garten? So helfen Sie den Tieren durch den Winter

Wenn die Temperaturen im Herbst sinken, begeben sich Igel auf die Suche nach einem geeigneten Winterquartier. Weil Wälder und Wiesen vielerorts schrumpfen, finden die Tiere jedoch immer weniger natürliche Rückzugsorte. Wer einen Garten besitzt, kann mit einem Igelhaus gezielt helfen – vorausgesetzt, es wird richtig aufgestellt und ausgestattet.

Altes Laub und totes Holz bieten Igeln normalerweise ausreichend Schutz für den Winterschlaf. In vielen Gärten werden Blätter und Geäst jedoch regelmäßig entfernt, weil herumliegender Baumabfall als unordentlich gilt. Dadurch verschwinden nicht nur Unterschlupfmöglichkeiten, sondern auch wichtige Nahrungsquellen wie Käfer und Schnecken, die sich in Laubhaufen aufhalten. Für die stacheligen Tiere wird die Suche nach einem geeigneten Platz dadurch zunehmend schwieriger.

Ein Igelhaus sollte spätestens im November im Garten oder auf der Terrasse stehen. Ideal ist ein ruhiger, trockener Platz, der vor Regen und Schnee schützt. Zu viel direkte Sonne ist ebenfalls ungünstig, weil sich der Igel durch die Wärme aus dem Winterschlaf lösen könnte. Der Eingang sollte nach Süd-Ost ausgerichtet sein, damit Wind und Wetter nicht in das Innere eindringen. Da Igel Einzelgänger sind, benötigt jedes Tier ein eigenes Haus.

Für einen sicheren Unterschlupf muss das Häuschen einige Kriterien erfüllen. Ein Loch im Boden, gefüllt mit Sand oder Kieselsteinen, sorgt dafür, dass Urin abfließen kann, denn Igel verlassen ihr Quartier während des Winterschlafs nicht für die Toilette. Ein abnehmbares Dach erleichtert die Reinigung und ermöglicht es, nach einem verletzten Tier zu sehen, neues Stroh nachzulegen oder Futter zu ergänzen. Der Eingang sollte schmal genug sein, um Fressfeinde wie Dachse, Marder und Füchse fernzuhalten.

Wer ein Igelhaus selbst bauen möchte, sollte auf ausreichend Platz achten. Empfohlen wird eine Größe von mindestens 30 mal 30 mal 30 Zentimetern, damit das Tier während des Winterschlafs genügend Raum hat. Der Eingang sollte etwa 10 mal 10 Zentimeter groß sein – groß genug für den Igel, aber zu klein für größere Eindringlinge. Als Materialien eignen sich wetterfeste Hölzer sowie Natur-, Beton- oder Ziegelsteine. Der Innenbereich sollte isoliert und mit Stroh oder trockenem Laub ausgelegt werden.

Auf dem Markt gibt es verschiedene Modelle. Ein igluförmiges Haus aus imprägniertem Buchenholz ist zusätzlich isoliert und besitzt einen schmalen Eingang sowie eine große Klappe auf der Rückseite für die Reinigung. Ein Modell aus Tannenholz hat ein wetterfestes, abnehmbares Dach und zwei separate Innenkammern. Eine Variante aus Multiplexplatten ist besonders groß und eignet sich im Frühjahr auch als Nest für den Nachwuchs. Ein Haus aus lasiertem Kiefernholz schützt durch eine Schutzwand vor Eindringlingen und wird in Einzelteilen geliefert.

Der Naturschutzbund Deutschland weist darauf hin, dass Igel nach Beginn des Winterschlafs nicht mehr gestört werden sollten. Wer die Tiere unterstützen möchte, sollte daher rechtzeitig vor dem ersten Frost handeln und den Unterschlupf in der kalten Jahreszeit möglichst unberührt lassen.

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Helena Beckmann

Autor

Kulturkorrespondentin

Helena Beckmann berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.