Christiane Amanpour verlässt CNN nach 43 Jahren
Die vielfach ausgezeichnete Journalistin Christiane Amanpour trennt sich nach rund 43 Jahren von CNN. Sie will kompromisslos unabhängig bleiben und verweist auf wachsenden Druck auf Journalisten. Ihre letzte Sendung soll im Juni laufen.
Die Journalistin Christiane Amanpour verlässt nach rund 43 Jahren ihren langjährigen Sender CNN. Die 68-Jährige erklärte am Montag, sie habe nach «einigen schlaflosen Nächten» beschlossen, sich von CNN zu trennen. Ihre letzte Sendung soll im kommenden Juni ausgestrahlt werden. Bis dahin wird ihre tägliche Nachrichtensendung auf einmal pro Woche reduziert.
Amanpour begründete den Schritt mit dem Wunsch, «kompromisslos unabhängig» zu bleiben. Das sei heute besonders wichtig, da Journalistinnen und Journalisten beispiellos unter Druck stünden — «politisch, finanziell und auch durch die wachsenden Gefahren im Einsatz». Sie freue sich «auf interessante neue Projekte in der Zukunft» und werde «CNN immer die Daumen drücken». Ihren Kolleginnen und Kollegen gab sie mit: «Denken Sie daran: Seien Sie immer wahrhaftig, nicht neutral.»
Hintergrund der Entscheidung ist offenbar die Übernahme der CNN-Mutter Warner Bros. durch den Medienkonzern Paramount Skydance, dessen Vorsitzender David Ellison US-Präsident Donald Trump nahesteht. Seitdem gibt es Befürchtungen, der Trump-kritische Nachrichtensender könne zerschlagen oder auf Linie gebracht werden. CNN-Chef Mark Thompson lobte Amanpour «für 43 außergewöhnliche Jahre bemerkenswerter journalistischer Arbeit, Loyalität und Freundschaft». Er bedauere sehr, sie gehen zu sehen. Es sei aber «für sie sowohl persönlich als auch beruflich der richtige Zeitpunkt», fügte er hinzu.
Die britisch-iranische Journalistin wurde durch ihre Berichterstattung über den Golfkrieg 1991 international bekannt. Zuvor hatte sie ab 1989 in Deutschland über den Mauerfall berichtet. In den vergangenen Jahrzehnten interviewte Amanpour zahlreiche ranghohe Politiker aus der ganzen Welt und berichtete von Krisenherden wie dem Irak, Afghanistan, Pakistan, Somalia, Ruanda und dem Balkan. Für ihre Arbeit wurde sie in den USA vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit mehreren Emmy Awards. In Großbritannien erhielt sie den höchsten Verdienstorden Order of the British Empire.
Der Weggang Amanpours fällt in eine Phase, in der die Unabhängigkeit etablierter Nachrichtenmedien weltweit unter Beobachtung steht. Die Übernahme durch Paramount Skydance hatte bereits vor dem Vollzug Fragen nach der künftigen redaktionellen Ausrichtung von CNN aufgeworfen. Amanpour selbst vermied in ihrer Erklärung eine direkte Bewertung der Eigentümerwechsel, betonte jedoch die wachsenden politischen und finanziellen Zwänge für Journalisten. Ihre Ankündigung, die tägliche Sendung bis Juni auf wöchentliche Ausstrahlungen zu reduzieren, deutet auf einen geordneten Übergang hin. Ob sie CNN vollständig verlässt oder dem Sender in anderer Funktion verbunden bleibt, ließ sie offen. Der Sender würdigte ihre Arbeit als außergewöhnlich und bezeichnete den Zeitpunkt als richtig für sie persönlich und beruflich.
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