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Berliner Ermittler zerschlagen mutmaßliche Call-ID-Spoofing-Plattform

Die Berliner Staatsanwaltschaft und die Kriminalpolizei sind mit Durchsuchungen in Serbien, Berlin und Nordrhein-Westfalen gegen fünf Beschuldigte vorgegangen. Sie sollen Computerbetrügern eine Infrastruktur für Anrufe mit vorgetäuschten Nummern bereitgestellt haben. Zwei Männer wurden festgenommen und sollen nach Deutschland überstellt werden.

Berliner Ermittler zerschlagen mutmaßliche Call-ID-Spoofing-Plattform
Zwei Festnahmen in Serbien: Falsche Bankanrufe: Polizei geht gegen Helfer vor

Die Berliner Staatsanwaltschaft und die Kriminalpolizei sind mit Durchsuchungen in Serbien, Berlin und Nordrhein-Westfalen gegen fünf Beschuldigte vorgegangen, die Computerbetrügern eine technische Infrastruktur für Anrufe mit vorgetäuschten Nummern bereitgestellt haben sollen. Nach Angaben der Ermittler dürfte es sich um den größten Anbieter dieser Art im deutschsprachigen Raum handeln. Die fünf Beschuldigten sollen mit ihrem Service mehr als 1,6 Millionen Euro eingenommen haben.

Bereits am vergangenen Mittwoch wurden die Wohnungen von zwei Männern im Alter von 26 und 27 Jahren sowie einer 25-jährigen Frau durchsucht. Am heutigen Morgen folgten Durchsuchungen in Berlin-Charlottenburg und in Hessen bei einem 23-Jährigen und einem 41-Jährigen. Gegen den 26-Jährigen und den 27-Jährigen wurden bereits bestehende Haftbefehle vollstreckt; sie sollen nach Deutschland überstellt werden. Was mit der Frau und den beiden anderen Männern geschieht, war zunächst unklar.

Die Ermittlungen laufen seit Anfang 2025. Als Hauptbeschuldigte gelten die beiden Männer und die Frau, bei denen die Durchsuchungen in Serbien stattfanden. Ihnen wird Beihilfe zum Computerbetrug in mehr als 18.000 Fällen vorgeworfen. In 70 Fällen konnten nach derzeitigem Stand bereits Schäden in einer Gesamthöhe von etwa 764.000 Euro nachgewiesen werden. Nach den bisherigen Ermittlungsergebnissen sind mindestens 600.000 Anwahlversuche von der Infrastruktur der Beschuldigten ausgegangen.

Die Beschuldigten sollen es Betrügern ermöglicht haben, Anrufe mit vorgetäuschten Nummern durchzuführen – ein Verfahren, das auch als Call-ID-Spoofing bekannt ist. Dadurch sollen sie insbesondere Taten unterstützt haben, bei denen sich Betrüger als Polizisten oder Bankmitarbeiter ausgaben. Angerufene können dabei etwa die 112 oder 110 angezeigt bekommen, obwohl der Anruf von einer ganz anderen Nummer kommt. Immer wieder werden in Deutschland Menschen von falschen Bankmitarbeitern hinters Licht geführt.

Neben den fünf Beschuldigten wurden am heutigen Tag auch die Wohnungen von 14 weiteren Beschuldigten in Nordrhein-Westfalen durchsucht. Diese Durchsuchungen stehen nach Angaben der Ermittler im Zusammenhang mit den Berliner Ermittlungen. Außerdem wurden die Domains, Server, Telegram-Accounts und weitere technische Infrastruktur der kriminellen Plattform beschlagnahmt und abgeschaltet.

Die Maßnahmen richten sich gegen ein Netzwerk, das nach Einschätzung der Ermittler eine zentrale Rolle bei der Unterstützung von Computerbetrug spielte. Die Täter nutzten die Infrastruktur, um ihre Identität zu verschleiern und das Vertrauen der Angerufenen zu gewinnen. Die Ermittlungen dauern an.

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Henrik Falkenberg

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Redakteur vom Dienst

Henrik Falkenberg berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.